Bluthochdruck als Ursache für Herzschwäche
Warum dauerhaft erhöhter Blutdruck zu den häufigsten Ursachen einer Herzschwäche zählt, wie Sie Ihren Blutdruck zu Hause richtig messen und was Sie selbst tun können.
Bluthochdruck tut nicht weh. Viele Menschen haben über Jahre erhöhte Werte, ohne es zu bemerken. Doch das Herz spürt den Druck jeden Tag. Langjähriger, unbehandelter Bluthochdruck gehört zu den wichtigsten Ursachen einer Herzschwäche. Die gute Nachricht: Er lässt sich gut messen und behandeln. Diese Seite erklärt, wie hoher Blutdruck dem Herzen schadet, wie Sie richtig messen und was Sie selbst tun können. Weitere Begleiterkrankungen beschreibt die Seite Begleiterkrankungen.
Wie Bluthochdruck das Herz schwächt
Bei jedem Herzschlag muss die linke Herzkammer das Blut gegen den Druck in den Schlagadern auspumpen. Ist dieser Druck dauerhaft erhöht, arbeitet das Herz gegen einen größeren Widerstand. Wie ein Muskel beim Krafttraining passt es sich an: Die Wand der linken Kammer wird dicker. Was zunächst ausgleicht, hat auf Dauer Nachteile. Der verdickte Muskel wird steifer, füllt sich schlechter und braucht mehr Sauerstoff.
So entsteht häufig eine Herzschwäche mit erhaltener Pumpfunktion, bei der das Herz zwar kräftig pumpt, sich aber nicht mehr ausreichend füllt. Nach vielen Jahren kann auch die Pumpkraft nachlassen. Hinzu kommt, dass Bluthochdruck die Herzkranzgefäße schädigt und das Risiko für Herzinfarkte erhöht, eine weitere häufige Ursache der Herzschwäche. Außerdem begünstigt er Vorhofflimmern, mehr dazu im Beitrag Vorhofflimmern und Herzschwäche.
Vorbeugen durch Behandlung
Studien zeigen, dass eine gute Blutdruckeinstellung das Risiko senkt, eine Herzschwäche zu entwickeln. Bei bereits bestehender Herzschwäche entlastet sie das Herz. Viele der Medikamente, die bei Herzschwäche eingesetzt werden, senken gleichzeitig den Blutdruck. Welcher Zielwert für Sie gilt, hängt von Alter, Begleiterkrankungen und Verträglichkeit ab und wird ärztlich festgelegt.
Richtig messen zu Hause
Die Selbstmessung zu Hause ist oft aussagekräftiger als ein einzelner Wert in der Praxis, weil viele Menschen dort aufgeregt sind. Damit die Werte stimmen, kommt es auf die Bedingungen an:
- Ruhe: Setzen Sie sich vor der Messung einige Minuten ruhig hin, mit angelehntem Rücken und Füßen auf dem Boden. Nicht sprechen.
- Arm auf Herzhöhe: Legen Sie den Arm entspannt auf einen Tisch, die Manschette etwa auf Höhe des Herzens.
- Passende Manschette: Die Manschette sollte zur Dicke Ihres Oberarms passen und auf der nackten Haut sitzen.
- Mehrfach messen: Messen Sie zwei Mal im Abstand von etwa einer Minute und notieren Sie die Werte.
- Feste Zeiten: Messen Sie morgens vor der Einnahme der Medikamente und abends, jeweils zur gleichen Zeit.
- Puls notieren: Die meisten Geräte zeigen den Puls mit an. Notieren Sie ihn ebenfalls.
Vermeiden Sie Messungen direkt nach Kaffee, Rauchen, körperlicher Anstrengung oder mit voller Blase. Bringen Sie Ihr Gerät einmal in die Praxis mit und vergleichen Sie die Werte mit einer Messung dort.
Werte dokumentieren
Ein Blutdrucktagebuch hilft Ihrem Behandlungsteam, die Wirkung der Medikamente zu beurteilen. Notieren Sie Datum, Uhrzeit, beide Werte, Puls und Besonderheiten wie Schwindel oder ausgelassene Tabletten. Eine Vorlage zum Ausdrucken finden Sie im Patiententagebuch. Wer es lieber digital mag, findet Hinweise im Beitrag Gesundheits-Apps und Tagebücher.
Was Sie selbst tun können
- Salz in Maßen: Viel Salz kann den Blutdruck erhöhen. Praktische Tipps gibt der Beitrag Salzarm essen bei Herzschwäche.
- Bewegung: Regelmäßige Ausdauerbewegung kann den Blutdruck senken.
- Gewicht: Schon eine moderate Gewichtsabnahme bei Übergewicht wirkt sich oft günstig aus.
- Alkohol: Weniger Alkohol senkt häufig den Blutdruck und entlastet das Herz.
- Rauchstopp: Rauchen schädigt die Gefäße zusätzlich.
- Schlaf: Eine unbehandelte Schlafapnoe kann den Blutdruck erhöhen. Mehr dazu im Beitrag Schlafapnoe und Herzinsuffizienz.
- Medikamente regelmäßig nehmen: Auch wenn Sie sich gut fühlen.
Wann es ein Notfall ist
Sehr hohe Blutdruckwerte zusammen mit Brustschmerz, Atemnot, Sehstörungen, Lähmungen, Sprachstörungen, starken Kopfschmerzen oder Verwirrtheit sind ein Notfall für den Notruf 112. Ein einzelner hoher Wert ohne Beschwerden ist dagegen meist kein Notfall. Messen Sie nach einer Ruhepause erneut und melden Sie sich zeitnah in der Praxis, wenn die Werte erhöht bleiben.
Fragen und Antworten
- Wie oft sollte ich meinen Blutdruck messen?
- Das hängt von Ihrer Situation ab. Nach einer Umstellung der Medikamente wird oft empfohlen, eine Woche lang morgens und abends zu messen. Bei stabiler Einstellung reichen meist seltenere Messungen. Fragen Sie Ihre Praxis, welcher Rhythmus für Sie sinnvoll ist.
- Mein Blutdruck ist bei Herzschwäche eher niedrig. Ist das schlimm?
- Viele Herzmedikamente senken den Blutdruck. Niedrige Werte sind deshalb bei Herzschwäche häufig und oft gewollt, solange Sie keine Beschwerden wie Schwindel oder Ohnmacht haben. Setzen Sie Medikamente wegen niedriger Werte nicht eigenmächtig ab, sondern sprechen Sie mit Ihrer Praxis.
- Welches Messgerät ist geeignet?
- Empfohlen werden meist Oberarmgeräte mit passender Manschettengröße. Handgelenkgeräte sind fehleranfälliger. Achten Sie auf ein geprüftes Gerät, etwa mit einem Prüfsiegel einer Fachgesellschaft, und lassen Sie sich die richtige Anwendung in Praxis oder Apotheke zeigen.
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